Agilität und Stabilität – die richtige Entscheidung

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Agilität und Stabilität – die richtige Entscheidung

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Agilität und Stabilität – die richtige Entscheidung
agility

 

Heraklit drückte es so aus: « Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung ». Wenn Sie in den letzten zehn Jahren geschäftlich tätig waren, wissen Sie eines sicher: Veränderungen sind allgegenwärtig und können die unterschiedlichsten Formen annehmen: vom Flatscreen-TV über die neue kontaktlose VISA Karte bis hin zu geänderten Steuervorschriften. Die Daten wandern so schnell und der Markt verändert sich so rapide, dass die Entscheidungen flink getroffen werden müssen. Zusätzlich zu dieser stetigen Veränderung kommen auch zunehmend gesellschafts- und umweltbezogene Überlegungen auf. Wenn wir uns darauf festlegen müssten, in welche Richtung sich der Markt derzeit bewegt, dann wäre es nachhaltige Effektivität und soziale Sicherheit.

Die Voraussetzung dafür, in dem so stark wie nie umkämpften Markt zu bestehen und zu prosperieren, ist also Veränderung, und zwar auf persönlicher, unternehmerischer, sozialer und finanzieller Ebene. Das Unternehmen an die Anforderungen der Außenwelt anzupassen, ist aber nur die eine Seite;  wie  das geht und  wie  diese Anpassungsfähigkeit erhalten werden kann, ist eine ganz andere Frage. Und wo liegt das Geheimnis? Nun, die Antwort ist einfach: in der Agilität.

Was ist Agilität?

Gemäß der Definition von Christopher Worley ist Agilität die Fähigkeit, rechtzeitig wirksame und nachhaltige Veränderungen herbeizuführen, die dem Unternehmen einen Leistungsvorsprung bringen. Einfach ausgedrückt ist Agilität die Struktur und das Wissen, das für gegebenenfalls notwendige Änderungen benötigt wird. In Unternehmen wie Unilever steht die Agilität im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik. Bei Unilever wurde die gesamte Organisation von der Produktionskette bis hin zur Performanceverwaltung verändert. Das Unternehmen wurde umweltfreundlicher und hat sich nicht nur an die gegenwärtigen Verhältnisse angepasst, sondern auch vorausschauend auf die Zukunft eingestellt. Dies hat Unilever nicht nur finanziell vorangebracht, sondern zeigte auch im sozialen und im Umweltbereich Ergebnisse.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass eine neue Umweltausrichtung nichts mit Agilität zu tun hat. Doch wer genauer hinschaut, stellt fest, dass mittlerweile alle Unternehmen letztendlich mit den drei Themen Mensch, Erde und Profit konfrontiert sind. Wird auch nur eines dieser drei Themen verfehlt, ist es relativ unwahrscheinlich, dass das Unternehmen weitere Marktveränderungen überleben wird. Um dagegen etwas zu unternehmen, muss nach nachhaltiger Effektivität gesucht werden, das heißt nach der Fähigkeit, das Unternehmen im sozialen und im Umweltbereich weiterzuentwickeln. Wer das Konzept der nachhaltigen Effektivität verstanden hat, wird sofort erkennen, dass es mit Agilität Hand in Hand geht.

Sechs Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung von Agilität

Die Agilität zur wichtigsten Unternehmensstrategie zu erklären, ist schön und gut, aber die eigentliche Frage lautet: Wie lässt sich Agilität erfolgreich einführen? Hierfür haben wir sechs Tipps für Sie:

  1. Bleiben Sie sich treu, und versuchen Sie nicht, Google zu imitieren: Häufig wird in den Unternehmen versucht, die Strategien anderer Unternehmen wie z. B. Google zu imitieren und so Veränderungen zu erreichen. In Wahrheit ist dies jedoch Geld- und Zeitverschwendung. Es ist zwar für das Marktverständnis unumgänglich, den Erfolg dieser anderen Unternehmen zu verstehen, aber Google ist und bleibt etwas vollständig anderes als Ihr Unternehmen. Dies liegt an der Geschichte, den Werten und der Branche, welche jedem Unternehmen eigen sind. Die Agilität muss auf Ihr Unternehmen und seine Funktionsweise zugeschnitten sein.
  2. Beachten Sie Ihre Unternehmenskultur: Wie CrossKnowledge-Fakultätsmitglied Christopher Worley sagt:  „Die Kultur verspeist die Strategie zum Frühstück.“ Weshalb das so ist? Weil Sie, wenn Sie nur auf die Strategie setzen, einen sehr wichtigen Faktor in Ihrem Unternehmen vergessen: den Menschen. Nehmen wir als Beispiel Starbucks, ein Unternehmen, das sich immer auf die Kunden-Experience konzentriert hat: Starbucks wollte nicht nur die Beziehung zwischen dem Personal und den Kunden fördern, sondern auch jene zwischen dem Kunden und der Unternehmensmarke. Dafür wurde eine echte Starbucks-Experience kreiert, die nicht nur eine gute Tasse Kaffee, sondern auch Musik, kostenfreies WLAN, eine angenehme Raumtemperatur und schöne, bequeme Sitzgelegenheiten umfasste.
  3. Planen Sie voraus: Agilität beginnt natürlich damit, vorausschauend zu denken. Damit meine ich, die Besprechungen in Ihrem Unternehmen vollständig auf künftige Szenarien zu fokussieren und sich zu überlegen, welche Lösungsmöglichkeiten es für die jeweiligen Probleme gibt. So bereiten Sie nicht nur Ihre Vorgesetzten auf eine gegebene Situation vor, sondern können auch strategische Pläne entwickeln, die dem gesamten Unternehmen zu Gute kommen. Treten in der Zukunft ähnliche Probleme auf, ist die Antwortzeit kürzer.
  4. Besetzen Sie den Vorstand strategisch: Der Vorstand ist dazu da, die strategischen Entscheidungen des Unternehmens zu durchdenken. Wenn die wichtigsten Exekutiventscheidungen Ihres Unternehmens nicht ausschließlich auf die Finanzen ausgerichtet sein sollen, sondern auch auf Sozial- und Umweltmaßnahmen, muss der Vorstand mit Personen besetzt sein, die mit diesen Ideen übereinstimmen – und sie bis in ihre Tiefe verstehen. Sehen wir uns als Beispiel Patagonia an. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen,   das als agil bekannt ist und in den letzten Jahren seine Hauptausrichtung auf nachhaltige Effektivität gelegt hat. Kaum bekannt ist jedoch, dass der Vorstand des Unternehmens mit Finanzexperten, NRO-Vertretern und Sozialarbeitern zu den am breitesten gefächerten Vorständen der Branche zählt. Im Ergebnis orientieren sich die Entscheidungen von Patagonia immer an den drei zentralen Themenbereichen Soziales, Finanzen und Umwelt.
  5. Maximieren Sie Ihren Kontaktbereich: Sie fragen sich wahrscheinlich, was das nun schon wieder ist. Mit dem Kontaktbereich ist der Bereich gemeint, in dem Sie den Kontakt mit Ihrem Kunden pflegen. Um sich auf die Herstellung des bestmöglichen Produkts zu konzentrieren, haben viele Unternehmen diesen Kontaktbereich reduziert, d. h. Einschnitte im Marketing- und PR-Team gemacht. Damit haben sie sich von der Außenwelt abgeschnitten. Im Zeitalter der ununterbrochenen Kommunikation ist dies aber ein schwerwiegender Fehler. Die meisten Fachleute würden wahrscheinlich eher das Gegenteil empfehlen, nämlich den Kunden zuzuhören, den Markt zu beobachten und sich die notwendigen Änderungen daraus abzuleiten.
  6. Halten Sie sich nicht mit Jobbeschreibungen auf: Wie können Sie von Ihrem Unternehmen Flexibilität erwarten, wenn Ihre Mitarbeiter nicht flexibel sind? Wenn Sie Ihre Mitarbeiter einer Abteilung anstatt einer bestimmten Position zuweisen, werden sie eine schnelle Effizienz- und Motivationssteigerung feststellen. Die Mitarbeiter werden verschiedene Arten von Projekten übernehmen, mehr Maßnahmen vorantreiben und das Unternehmen allgemein stärker in Richtung Zukunft bringen.

Selbstverständlich sind auch agile Unternehmen nicht perfekt – kein Unternehmen ist perfekt. Agile Unternehmen zeigen aber, dass sie aus Fehlern lernen können und schnell wieder in die richtige Bahn kommen. Dadurch arbeiten sie insgesamt gesehen effektiver. Veränderungen sind unausweichlich. Es gibt keine universelle Anleitung, um sich genau auf die jeweiligen Veränderungen einzustellen. Daher ist das Einzige, was Sie tun können, Ihr Unternehmen entsprechend hinzubiegen. Und dafür müssen Sie agil sein.

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