Fünf Grundregeln für eine erfolgreiche Unternehmenstransformation

Pädagogische Konzepte

Fünf Grundregeln für eine erfolgreiche Unternehmenstransformation

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Fünf Grundregeln für eine erfolgreiche Unternehmenstransformation

Jedes Unternehmen, das ich besuche, hat Schwierigkeiten mit organisatorischen Veränderungen. Wirklich jedes. Überall, wo ich hinkomme, stellt man mir dieselben Fragen:

– „Wie machen unseren Konzern agil?“

– „Wie bleiben wir, selbst beim starkem Wachstum, transformationsfähig?“

– „Wie optimieren wir unseren Erfolg und bleiben gleichzeitig innovativ?“

Ich bin davon überzeugt, dass es in Unternehmen einen erfolgreichen Wandel geben kann. Die Voraussetzung dafür sind kluge Führungskräfte, die bei ihrer täglichen Arbeit die folgenden fünf Grundregeln beachten:

1. Verwandlung zum flexiblen Unternehmen

Wie alle Produktdesigner wissen, Form folgt (aus der) Funktion (Gestaltungsleitsatz aus Produktdesign und Architektur). Analog dazu sollte die Organisationsstruktur eines Unternehmens der vom Topmanagement definierten Strategie folgen. Die gewählte Struktur wirkt sich stark auf die Produkte und Dienstleistungen aus, die das Unternehmen produziert.

Nun müssen die Unternehmensstrategien im 21. Jahrhundert aber immer schneller angepasst werden. Dies bedeutet, dass „Umstrukturierungsprogramme“ der Vergangenheit angehören, weil die Unternehmen ständig umstrukturieren müssen. Um auf die jeweils aktuellen Anforderungen reagieren zu können, müssen die Führungskräfte zu Gestaltwandlern werden, die ihre Organisation in Rekordzeit verändern können. Kluge Manager richten daher keine Teams ein, sondern Mechanismen, mit denen sich die Teams selbst zusammenstellen können.

2. Förderung experimenteller (ausprobier-freundlicher) Mentalität

Das Zeitalter, in dem festgelegte Konzepte, die der Entwicklung und Veränderung dienten, ist vorbei. Die „Lean-Startup-Bewegung“ ist eines von vielen Beispielen für klein angelegte Tests, deren Scheitern keine Katastrophe ist und aus denen Dinge gelernt werden können, die sich aus keiner Planungsmethode ergeben. Hierzu erlangte eine Aussage von Amazon-CEO Jeff Bezos Berühmtheit. Er sagte, in Wahrheit ginge es darum, eine maximale Anzahl von Tests in so kurzer Zeit wie möglich durchzuführen.

Daher sollten alle Führungskräfte damit aufhören, die Menschen verändern zu wollen. Niemand wird gerne von anderen manipuliert. Aber Menschen sind neugierige Wesen, und wenn wir davon ausgehen, dass keine Gefahr für uns damit verbunden ist, probieren die meisten von uns gerne etwas Neues aus. Deswegen sollten die Führungskräfte keine Veränderungsprogramme einführen, sondern Experimentierplattformen.

3. Gleichgewicht zwischen den Organisationsstrukturen

Manche Prozesse profitieren von einer Zentralisierung; andere funktionieren besser, wenn sie dezentral ablaufen. Manche Teams sollen effizient sein; andere effektiv. Manchmal muss in Ihrem Unternehmen eine erfolgreiche Strategie verfolgt werden; manchmal gilt es aber auch, neue, innovative Ideen auszuprobieren.

Die am häufigsten gestellte Frage, nämlich ob die Organisation hierarchisch oder netzwerkartig aufgebaut sein sollte, ist irreführend. Weil, es sich in Wahrheit um eine Trade-off-Entscheidung handelt, die bei vielen neuen Themen immer wieder neu getroffen werden sollte. Es hängt vom Kontext ab, und dieser ändert sich häufig. Kluge Manager diskutieren daher nicht über Hierarchien oder Netzwerke. Sie geben den Mitarbeitern die Entscheidungskompetenz darüber, welche Aufgaben und Prozesse am besten vertikal oder horizontal delegiert und welche am besten durch den jeweiligen Mitarbeiter selbst erledigt werden sollten.

4. Förderung von  Gamifizierung

Weshalb behaupten Manager so häufig, dass sich die Mitarbeiter den Veränderungen widersetzen? Als es um das Internet, Smartphones, Facebook und Hipster-Cafés ging, hat die Welt nur wenig Widerstand erlebt. Und wenn es um das Spielen geht, ganz gleich, ob es sich dabei um Solitär auf dem Tablet oder um Teams in virtuellen Videospielwelten handelt, gibt es so gut wie gar keine Gegenwehr.

Das Problem ist: Die meisten Veränderungen in Unternehmen machen keinen Spaß. Die Change Manager stellen keine tiefe Verbindung zwischen der zu erledigenden Arbeit und den wesentlichen Motivationsfaktoren wie Neugierde, Anerkennung, Beherrschung, Bezug, Ordnung und Status her. Die besten Führungspersönlichkeiten nutzen die Erkenntnisse über die Gamifizierung. Sie nehmen die Rolle des „Spieledesigners“ ein, wenn es darum geht ein motivierendes Arbeitsumfeld zu kreieren.

5. Einführen neuer Arbeitsgewohnheiten

Manche Verhaltensweisen sind gut, manche sind schlecht. Die meisten Führungskräfte fühlen sich zu Recht verantwortlich für die Förderung und Bewahrung einer Unternehmenskultur, in der Produktivität und Innovation gedeihen. Die meisten stützen sich dabei auf Regeln, Belohnungen, Prozesse und Bestrafung. Und dann meinen sie, damit eine tolle Arbeitsatmosphäre schaffen zu können.

In Wahrheit schneiden Regeln, Prozesse und Bestrafung aber in Bezug auf die Beeinflussung von Verhalten sehr schlecht ab. Die reine Einführung von Regeln führt nicht dazu, dass die Menschen ihr Verhalten ändern. Sie verändern dann ihr Verhalten, wenn Umgebung und Kommunikation so gestaltet sind, dass sich dauerhafte Gewohnheiten bilden können. Belohnungen können eine Rolle spielen, wenn sie Teil eines gewohnheitsbildenden Prozesses sind. Daher ist die „Gewohnheitsbildung“ innerhalb des Unternehmens ein zentraler Faktor beim Umgang mit der Komplexität der Arbeitswelt.

Transformation im 21. Jahrhundert

Die Manager müssen damit aufhören, ein Umstrukturierungsprogramm nach dem anderen aufzusetzen. Stattdessen sollten sie in ihrem Unternehmen mithilfe einer Plattform für sicheres Experimentieren einen echten Gestaltwandel herbeiführen, bei dem mündige Mitarbeiter die Entscheidung zwischen hierarchischen und netzwerkbasierten Prozessen selbst treffen — in einer von den Erkenntnissen aus der Gamifizierung und Gewohnheitsbildung geprägten Umgebung.

Mit den fünf Grundregeln für die Unternehmenstransformation können Sie die Agilität auch in großen Konzernen erzielen, Optimierung und Innovation in ein ausgewogenes Verhältnis bringen und Ihrem Unternehmen das Überleben im 21. Jahrhundert sichern.


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