Kompetenzaufbau für die Arbeitswelt von morgen

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Kompetenzaufbau für die Arbeitswelt von morgen

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Kompetenzaufbau für die Arbeitswelt von morgen

Schon vor Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 hatten viele Unternehmen damit begonnen, hybride Arbeitsformen und Technologien einzuführen. Man wollte die Kunden effizienter bedienen und den Beschäftigten eine gute Work-Life-Balance ermöglichen. Mit der Pandemie jedoch veränderte sich die Lage quasi über Nacht: Jetzt war hybrides Arbeiten nicht mehr nur nettes Beiwerk, sondern ein Muss.

Da die Mitarbeiter plötzlich von Kollegen und Kunden „Abstand nahmen“, mussten Unternehmen beim Thema Arbeiten umdenken. Schätzungen zufolge hat der Arbeitsplatz im Zeitraum 2020–2021 eine Entwicklung von 5–10 Jahren durchlaufen.

Da dieser Trend zur Norm wird, hängt künftiger Unternehmenserfolg stärker von der Erweiterung des Aufgabenspektrums und der Fähigkeiten ab, besonders im Bereich Digitalisierung und ausgereifter Soft Skills.

Eine Zukunft in der Technologie

Wer sich in der heutigen wissensorientierten Wirtschaft behaupten will, muss sich mit digitalen Tools auskennen. Trotzdem gaben nur 4,2 % der im Rahmen des jüngst veröffentlichten Whitepapers „Bridging the Digital Skills Divide“ von Wiley befragten Personen an, mit dem Niveau und der Verfügbarkeit digitaler Kompetenzen vollauf zufrieden zu sein. Zudem waren 60,6 % der Auffassung, dass der Bedarf an Programmen zur Schulung digitaler Fähigkeiten höher sei als das Angebot.

Eine größere Kluft zwischen physischer und digitaler Welt heißt auch, dass mehr Soft Skills gefragt sind, z. B. Kooperationsfähigkeit, aktives Zuhören, Kreativität und kritisches Denken. All diese Kompetenzen tragen dazu bei, Teams zu vereinen und Arbeitspraktiken zu vereinheitlichen.

Laut dem Whitepaper von Wiley halten 85,3 % der Befragten Problemlösungsfertigkeiten und 80,3 % die Fähigkeit zur Datenanalyse für die wichtigsten Arbeitskompetenzen der Zukunft.

Soft Skills in einer digitalen Welt

Manche Soft Skills können von Maschinen nicht nachgebildet werden, zumindest nicht ausreichend. Dazu gehören kritisches Denken, emotionale Intelligenz, Zusammenarbeit, Verantwortung, Achtsamkeit und viele mehr.

In einer Umgebung, in der Bots und andere KI-gestützte Tools viele Routineaufgaben erledigen können, gewinnen diese menschlichen Fähigkeiten ungemein an Wert.

Kritisches Denken

Laut Tom Chatfield, Mitglied der CrossKnowledge Faculty, ist kritisches Denken das, was uns von Maschinen unterscheidet und zur Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung unverzichtbar ist. In erster Linie ermöglicht es uns, Probleme aus unterschiedlicher Sicht zu analysieren sowie gute und schlecgill hte Argumente zu erkennen. Grundsätzlich erleichtert es uns den Umgang mit Informationsüberflutung. Aber es stärkt auch unsere Entscheidungs- und Problemlösungsfähigkeiten und hilft uns, die Komplexität neuer Technologien zu verstehen und sich mit ihnen mitzuentwickeln.

Im Bericht „The Future of Jobs“ des World Economic Forum wurde kritisches Denk- und Analysevermögen kürzlich als eine der Kompetenzen genannt, die bis 2025 am wichtigsten sind.

Emotionale Intelligenz

In der sich stetig ändernden digitalen Welt, in der wir leben und arbeiten, hilft uns nicht nur praktisches Wissen. Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu kontrollieren und mit Kollegen zu interagieren, ist ebenfalls entscheidend.  

Viel zu leicht werden Emotionen im Geschäftsleben als hinderlich oder unnötig abgetan. Sie können uns vereinnahmen und zu Konflikten oder Missverständnissen führen. Andererseits verleiht uns emotionale Intelligenz die Fähigkeit, unsere Gefühle zu steuern, Schwierigkeiten und Stress konstruktiv anzugehen und gleichzeitig klarer und kreativer zu denken. Gill Hasson, ebenfalls Mitglied der CrossKnowledge Faculty, ist der Ansicht, dass emotionale Intelligenz die Kommunikation und Zusammenarbeit verbessert, da sie Empathie und emotionale Ausgeglichenheit am Arbeitsplatz fördert.  

Zusammenarbeit

Teamarbeit verleiht Menschen den größten Vorteil gegenüber Computern. Zwischenmenschliche Entwicklung wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden und Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiter aus, es steigert das Engagement für das Projekt und fördert, durch die Bündelung des Talentkollektivs und der verschiedenen Ansichten im Team, die Innovation.  

Das Geheimnis bei der Zusammenarbeit besteht darin, Vertrauen aufzubauen. Das bedeutet, dass man auch Schwächen zeigt, Fehler eingesteht, Konflikten nicht ausweicht, sich um teamweite Unterstützung bemüht und Verantwortung zeigt. Wenn die Teammitglieder Vertrauen gewinnen, aus der Isolierung geholt und von Abteilungszwängen befreit werden, sind ihrer Tatkraft keine Grenzen gesetzt.  

Verantwortung

Durch die räumliche Trennung beim digitalisierten Arbeiten lassen sich Vertrauen, Unterstützung und Motivation mitunter schwerer aufrechterhalten. Insofern wird Verantwortung – nicht nur für Erfolge, sondern auch für Misserfolge – noch wichtiger.

Strategie-Berater, Redner und globaler Experte für Führungsverantwortung von CrossKnowlege, Dr. Vince Molinero, sieht einen der größten Mängel von Teams darin, dass niemand gern den anderen zur Verantwortung zieht. Führungskräfte müssen hier unbedingt mit gutem Beispiel vorangehen und offen sagen, welches Verhalten Leistungsprobleme verursacht. Sie dürfen sich nicht damit schwertun, den Teammitgliedern ehrliches und konstruktives Feedback zu geben.

Gelassenheit

In einer Welt voller digitaler Ablenkungen sind ein Gefühl der inneren Ruhe und das Finden der eigenen Mitte von größter Bedeutung. Gelassenheit ist eine mentale Praxis, bei der man sein Bewusstsein ganz auf den jetzigen Moment fokussiert und Ablenkungen und Stressfaktoren, die Gesundheit und Leistung beeinträchtigen, zwar wahrnimmt, sich aber davon nicht beinträchtigen lässt.

Wer Achtsamkeit oder Gelassenheit praktiziert, kann nachweislich Stress reduzieren, besser schlafen, sich leichter konzentrieren und innovativer denken – alles wesentliche Faktoren für Produktivität in einem anspruchsvollen digitalen Umfeld. Vor allem für Mitarbeiter, die Konzentrationsschwierigkeiten haben oder sich die Büroräumlichkeiten mit anderen Teammitgliedern teilen, kann diese Methode von Nutzen sein.

Conclusion

Hard Skills werden nicht ausreichen, um Ihre Teams für die kommenden Herausforderungen und Chancen zu wappnen. Unsere Arbeitsweise hat sich verändert und verlangt uns völlig andere Fähigkeiten ab. Nicht nur digitale Kompetenzen, sondern auch speziell menschliche Soft Skills, die uns an den digitalen Arbeitsplätzen von heute und morgen den ausschlaggebenden Vorteil verschaffen.

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