Eine neue Mitarbeiter-Experience für eine bessere Zukunft

Expertenmeinung

Eine neue Mitarbeiter-Experience für eine bessere Zukunft

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Eine neue Mitarbeiter-Experience für eine bessere Zukunft

employwellDie Welt verändert sich, und sie scheint sich dabei zu beeilen. Unsere größte Angst in diesem schnelllebigen 21. Jahrhundert ist die vor der allgegenwärtigen Veränderung. Dabei bedeutet ständige Veränderung nichts anderes, als dass die Zukunft immer mehr zur Gegenwart wird.

Unternehmen, die auch in der Zukunft noch überleben möchten, müssen sich bereits heute auf sie einstellen, indem sie sich den neuen Marktherausforderungen stellen. Wenn Sie in letzter Zeit Artikel gelesen haben, die sich mit dem Markt auseinandersetzen, wissen Sie wahrscheinlich schon viel darüber, wie die Vorbereitungen für eine sicherere Zukunft aussehen könnten. Eventuell haben Sie auch bereits diejenigen Bereiche identifiziert, auf die Sie sich konzentrieren müssen. Aber haben Sie auch schon darüber nachgedacht, wie Sie in diesen Bereichen Verbesserungen erzielen können? Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht nur auf die technologischen Aspekte konzentrieren? Experten haben fünf verschiedene Trends ermittelt, die sich derzeit auf die Arbeitswelt auswirken: neue Verhaltensweisen unter den Mitarbeitern, Globalisierung, Mobilität, veränderte demographische Zusammensetzung, Generation Y (Millennials) und Technologie. Jacob Morgan, einer unserer Spezialisten von der CrossKnowledge-Akademie, hat sich mehr als 60 Unternehmen angeschaut und deren Bewältigungsstrategien untersucht. Seine Lösung? Konzentration auf die Mitarbeiter. Mehr Verantwortung für die Mitarbeiter. Eine Unternehmenskultur, in der sich die Mitarbeiter als Talente sehen und nicht als Handlanger der Produktion. Anders ausgedrückt: Werden Sie zu einem mitarbeiterzentrierten Unternehmen.

Dies mag sich relativ riskant anhören, denn wer würde es wagen, gleich das gesamte Unternehmen auf den Kopf zu stellen, um besser auf etwas vorbereitet zu sein, das noch gar nicht vollständig begriffen ist? Doch andererseits: Weshalb sollten sich Unternehmen wie Adobe, Google, Whirlpool und Facebook bereits in diesem Sinne verändert haben, wenn es nichts bringen würde? Zwar sind nicht alle diese Konzerne gleich, doch was sie gemeinsam haben, ist eine neue Einstellung den Mitarbeitern gegenüber sowie eine beachtliche Investition in Zeit und Geld, um die jeweilige Unternehmensstruktur und -kultur zu verändern.

Die Lösung bestimmter Probleme

Die Mitarbeiterperspektive einzunehmen, könnte die Lösung für alle spezifischen Probleme sein, die in Ihrem Unternehmen schon einmal aufgetreten sind. Wenn Sie eine bessere Zukunft für Ihr Unternehmen wünschen, müssen Sie alle organisatorischen und persönlichen Probleme priorisieren: zum Beispiel den Generationenkonflikt.

Eines der derzeit dringendsten Probleme ist die unterschiedliche Wissensverteilung der erfahrenen Mitarbeiter und der Millennials. Um diesem Problem zu begegnen, haben sich manche Unternehmen zur Einführung eines Reverse-Mentoring-Programms entschieden. Was das sein soll? Nun, das ist ganz einfach: Sowohl die Millennials als auch die Generation X kann vom Wissen und Erfahrungshorizont der jeweils anderen Generation profitieren. Die Millennials können der Generation X die neuen Technologien näherbringen, die Generation X kann den jüngeren Mitarbeitern wertvolle Tipps zum Teambuilding, Projektmanagement oder zur Delegation von Aufgaben geben.

Doch dies ist natürlich nicht das einzige Problem innerhalb eines Unternehmens, das durch die Konzentration auf die Mitarbeiterwünsche gelöst werden kann. Beispielsweise ist es derzeit in einigen Unternehmen sehr problematisch, nicht an Wissen zu verlieren. Im Moment geht nämlich die Generation der Babyboomer in Rente, und mit ihnen verschwindet mehr Wissen aus dem internen Netzwerk als je zuvor. Noch vor etwa zehn Jahren hätte es hierfür wohl keine einfache Lösung gegeben, aber der weltweite Erfolg von sozialen Medien hat uns gezeigt, dass die Unternehmen den Mitarbeitern die Möglichkeit geben müssen, online zusammenzuarbeiten.

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Probleme, die gelöst werden müssen und die sich direkt auf die Produktivität und die interne Kommunikation auswirken können. Hier einige Tipps:

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie sich die Konnektivität auf die Konzentration Ihrer Mitarbeiter und damit auf die Produktivität auswirkt? Wie viel Zeit verlieren wir jeden Tag damit, E-Mails zu lesen, das Intranet zu konsultieren und die vielen dringenden oder auch nicht so dringenden Nachrichten zu beantworten? Nichts ist einfacher als die Mitarbeiter darum zu bitten, jeden Tag etwas Zeit offline zu verbringen. Damit ließe sich nicht nur die Aufmerksamkeitsspanne verbessern, sondern auch die Qualität und Quantität der verrichteten Arbeit.

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass in den heutigen globalisierten und miteinander verwobenen Märkten die interne Kommunikation ein entscheidender Faktor für Unternehmen ist. Und wie ließe sich die Kommunikation besser fördern als mit sozialen Netzwerken? Meistens hängen die Probleme mit der Implementierung sozialer Netzwerke damit zusammen, dass die meisten Mitarbeiter sie tendenziell nicht ausreichend häufig benutzen. Daher ist es die beste Lösung, die Mitarbeiter am Implementierungsprozess zu beteiligen. Eine soziale Plattform, die nicht für, sondern von den Mitarbeitern gestaltet wird, ermöglicht es den Mitarbeitern nicht nur, sich an der Entwicklung und Verwendung des Netzwerks zu beteiligen, sondern auch eine direkte Rückmeldung über die positiven oder negativen Auswirkungen auf die Arbeit zu geben.

Wie Sie sehen, gibt es also viele Dinge, mit denen Sie Ihr Unternehmen auf bestimmte Herausforderungen vorbereiten können, und letztendlich lässt es sich wie folgt auf den Punkt bringen:

… denken Sie auch daran Ihr Unternehmen anders zu strukturieren

Natürlich wird immer noch nicht das gesamte Unternehmen auf alle zukünftigen Herausforderungen eingestellt sein. Was wir hier skizzieren, sind lediglich einige Puzzleteile, die Sie zu einem Bild von Ihrem Unternehmen und Ihren Angestellten kombinieren können. Dieses Puzzle zu vervollständigen, ist Ihr Schlüssel zum Erfolg.

Wie es Jacob Morgan ausdrückt: Zunächst einmal müssen Sie sich Ihr Unternehmen als Labor vorstellen und nicht als Fabrik. Die Einheiten sollten nicht unverrückbar voneinander getrennt sein, sondern alle Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, innovative Ideen und Prototypen zu entwickeln. Hierfür benötigen Sie lediglich Zugang zu den notwendigen Mitteln sowie die Möglichkeit, eine schnelle Rückmeldung zu Ihrem jeweiligen Projekt zu bekommen. Mit dieser Maßnahme haben Sie vielleicht denselben Erfolg wie Adobe, wo in den ersten fünf Jahren ein herausragendes Niveau an Innovationen erzielt wurde, was es dem Unternehmen letztendlich möglich machte, sich als Topmarke für Softwaredesign und -veröffentlichungen abzuheben.

Das Wichtigste ist: Ihr Unternehmen sollte ein Ort sein, an dem Ihre Mitarbeiter gerne arbeiten. Noch nie wurde am Markt so stark um Talente gekämpft wie heute. Es ist nicht nur wichtig, diese Talente binden zu können, sondern sie müssen auch gefördert werden, damit sie sich in Ihrem Unternehmen weiterentwickeln und innovativ sein können. Nun ist dies natürlich einfach gesagt; die Umsetzung kann schwierig sein. Im Folgenden möchte ich auf einige Punkte eingehen, die Sie unbedingt berücksichtigen müssen.

Es gibt drei verschiedene Bereiche, auf die Sie sich konzentrieren müssen: den physischen, den kulturellen und den technologischen Bereich.

  • Beim physischen Bereich handelt es sich um Ihre Geschäftsräume, die Kantine und die sonstigen Bürobereiche. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, auf unterschiedliche Arten zu arbeiten? Wirken die Büroräume revitalisierend, und machen sie den Mitarbeitern Lust darauf, ihre Arbeit zu verrichten? Spiegeln die Geschäftsräume die Unternehmenswerte wider?
  • Zum technologischen Raum gehören alle Werkzeuge und sozialen Netzwerke, die Sie den Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Ist diese Technologie allen zugänglich?
  • Der kulturelle Bereich bezieht sich auf das Gefühl bei der Arbeit: Haben Sie es geschafft, der Arbeit einen Sinn zu verleihen? Fühlen sich Ihre Mitarbeiter geschätzt?

Wie Jacob Morgan erklärt, dürfen wir aber nicht der Versuchung unterliegen, diese Bereiche als voneinander getrennt anzusehen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, zu einem Unternehmen zu werden, in dem sich die Mitarbeiter wohl fühlen, also zu einem Unternehmen, das sich auf alle drei Bereiche gleichzeitig konzentriert.

Wenn Sie an eine Person die Verantwortung dafür übertragen, eine positive Atmosphäre für die Mitarbeiter zu schaffen, sorgen Sie für Wohlgefühl und für einen guten Umgang mit diesen drei Bereichen in Ihrem Unternehmen. Ein Erfolgsbeispiel ist Airbnb, wo es einen „Chief Employee Experience Officer“ gibt, der für das Wohlbefinden aller Airbnb-Mitarbeiter weltweit zuständig ist.

Über die Zukunft nachzudenken, zählt wahrscheinlich zu Ihrem Tagesgeschäft. Doch sollten Sie es vermeiden, lediglich an der Oberfläche zu kratzen. Denken Sie an das gesamte Unternehmen: Wie kann es strukturell verändert werden, um die verschiedenen dringenden Herausforderungen wie den Generationenkonflikt, neue Technologien und den Kampf um Talente bewältigen zu können? Denken Sie dabei an den Sinn, den die Mitarbeiter mit ihrer Tätigkeit erfüllen – dies wird Ihnen letztendlich den Weg aufzeigen. Bei der Umgestaltung der Unternehmensaktivität und bei den Gründen dafür, sollten Sie immer das wichtigste Ziel vor Augen behalten: Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter auf die Zukunft vorzubereiten.

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