Social Learning und sein positiver Einfluss auf das gemeinsame Lernen

Artikel

Social Learning und sein positiver Einfluss auf das gemeinsame Lernen

Artikel
Social Learning und sein positiver Einfluss auf das gemeinsame Lernen

sociallearninglwDie meisten, die im Bereich E-Learning tätig sind, werden das 70-20- 10-Learning- Modell kennen. Es beschreibt, wie Learning funktioniert:

70 Prozent unseres Wissens stammt aus unserer beruflichen Erfahrung

20 Prozent aus Interaktionen mit anderen Personen

10 Prozent aus strukturiertem formalem Training

Dass immer mehr Unternehmen auf Social Learning zurückgreifen, damit die Mitarbeiter voneinander lernen können, dürfte in der heutigen Zeit nicht weiter verwundern. Ich möchte in diesem Artikel kurz auf das hinter dem Social Learning stehende Konzept eingehen und aufzeigen, wie das gemeinsame Lernen im Unternehmen sinnvoll durch Social Learning gefördert werden kann. Schließlich werde ich noch einige Best Practices nennen.

 Social Learning – was ist das?

Einfach ausgedrückt ist Social Learning das Lernen mit und von anderen. Dies kann entweder online (zum Beispiel mithilfe der beliebten Social-Media- Tools wie LinkedIn, Twitter etc.) oder offline (in Gruppendiskussionen, in der Kaffeepause oder bei Konferenzen) geschehen.

Inwiefern können die beliebten sozialen Netzwerke zum Lernen oder zum Lernen per Zusammenarbeit eingesetzt werden?

Wenn es um die Kommunikation und Zusammenarbeit geht, haben wir wahrscheinlich alle unsere Standardinstrumente wie Kommentare, Beiträge, Sofortnachrichten, Diskussionsforen, Wikis, Videochats und viele mehr. Diese können um einen semistrukturierten Ansatz erweitert werden, bei dem das gemeinsame Lernen durch den Aufbau von virtuellen Communitys gefördert wird. Die Lernenden werden dadurch dazu animiert, sich in Foren über ihre Ideen auszutauschen, ihr Wissen miteinander zu teilen und ein Wissenszentrum mit neuen Elementen anzureichern.

Welches Verhältnis besteht zwischen Social Media und Social Learning?

Social Media bietet die technologische Voraussetzung für die Vernetzung von Menschen. Mittlerweile verwendet so gut wie jeder Social Media – sei es, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, sich mit geschäftlichen Kontakten zu vernetzen oder auch, um Gedanken und Meinungen auszutauschen. Doch Social Media kann noch viel mehr. Es kann auch als gutes Werkzeug für gemeinsames bzw. „soziales“ Lernen genutzt werden. Wir müssen Social Media nur so einsetzen, dass dadurch der Ideen- und Wissensaustausch gefördert wird.

Inwiefern hilft Social Learning den Mitarbeitern beim Lernen?

Laut Mason und Renniet (2008)* haben die von den Benutzern erstellten Inhalte dieser Werkzeuge hauptsächlich vier Vorteile:

  • Anstatt passiv den vorhandenen Inhalt aufzunehmen, haben die Benutzer damit die Werkzeuge an der Hand, um aktiv an der eigenen „Experience“ mitzuwirken
  • Die Inhalte werden kontinuierlich von den Benutzern aktualisiert; auf Expertenbeiträge kann also verzichtet werden
  • Die Zusammenarbeit wird von vielen der neuen Werkzeuge unterstützt, und die Mitarbeiter können dadurch aus ihrer Arbeit in Teams neue Kompetenzen ziehen
  • Gemeinsame Gruppenbereiche und die gruppeninterne Diskussion machen einen Großteil dessen aus, was die jungen Menschen heutzutage fasziniert. Daher sollten sie auch zum Durchhaltevermögen und zur Motivation beim Lernen beitragen

Gibt es auch Nachteile?

Das endgültige Urteil über den Wert von Social Learning und die Zeit, die bis zur Learning-Auswirkung verstreicht, steht noch aus. Es stimmt zwar, dass der Schritt vom individuellen zum gemeinsamen Lernen Zeit beanspruchen kann, aber dennoch handelt es sich um einen lohnenswerten Ansatz.

Gibt es Best Practices, die den Prozess unterstützen können?

Ja. Mit einigen der folgenden Best Practices können Sie Ihre Learning-Maßnahme zu einem Erfolg werden lassen:

Eine Social-Learning- Plattform, auf der verschiedene Lernende miteinander interagieren können:

  • Die Probleme können dadurch verteilt gelöst werden, kleine Probleme werden sogar möglicherweise im Keim erstickt, bevor sie an Bedeutung gewinnen können
  • eine kreativitätsfördernde Umgebung
  • temporäre Arbeitsgruppen, die bestimmte geschäftliche Aufgaben übernehmen
  • eine flexible Arbeitsumgebung

Aufbau einer gemeinsamen Wissensbasis durch die Lernenden selbst, die damit nicht mehr von der Hilfe anderer abhängig sind

Überbrückung der Kluft zwischen den Lernende und Anregung des Teamgeists durch:

  • umfangreichere Mitwirkung
  • Wahrnehmung der Mitarbeiter als Vertreter der Unternehmensmarke
  • Entwicklung einer Community

Entsprechende Motivation, da diese die Voraussetzung für jegliches Learning ist.

Wie kann Social Learning sinnvoll eingesetzt werden?

Social Media weist eine ganze Reihe von Vorzügen und Einsatzbereichen auf. Hier einige Beispiele dafür:

  • Social Learning kann das formale Lernen in Form von Diskussionen, Erfahrungsaustausch etc. ergänzen.
    • Es kann als Werkzeug verwendet werden, mit dem die Mitarbeiter dazu angeregt werden, Wissen zu generieren, zu sammeln, zu erforschen, zu konsultieren, zu lernen und wiederzuerlernen sowie das eigene Wissen sowie die eigenen Kenntnisse zu prüfen und vorhandene Informationen abzurufen.
    • Darüber hinaus kann Social Learning eine Unterstützung bei der „persönlichen Wissensverwaltung“ und beim „Smart Working“ sein. Zum Beispiel könnten die Benutzer die noch fehlenden Informationen in Blogs finden oder bedarfsbezogen lernen und dafür in Foren wie Wikipedia oder in YouTube nach den Antworten auf ihre Fragen suchen.
  • Neue Mitarbeiter, Teams, Projektmitarbeiter und ähnliche Gruppen können sich mit Social Learning „Praxisgemeinden“ aufbauen.
  • Social Learning erleichtert die Erstellung eines strukturierten Social-Learning- Frameworks. Mithilfe von Social Learning können die informellen Inhalte der Lernenden gesammelt und daraus nützliche Ideen und Lösungen für Probleme abgeleitet werden, die mit formalem Training möglicherweise nicht gelöst werden könnten.
  • Social Learning macht es möglich, die eingehenden informellen Inhalte effizient zu verwalten und deren Nutzen zu messen.

*Source: Robin Mason & Frank Rennie – ‘E-Learning and Social Networking Handbook: Resources for Higher Education’.

Weiterlesen

NEWSLETTER

Immer gut informiert sein !